Videotutorial Reibechtheit

Als Reibechtheit wird die Widerstandsfähigkeit der Farbe von Textilien gegenüber einem Abreiben oder Anbluten (Abfärben) an andere Textilien bezeichnet. In der Regel erreichen dunkle Farben niedrigere Reibechtheiten als helle Farbtöne. Die Reibechtheit spielt vor allem dann eine große Rolle, wenn helle Materialien mit dunklen Textilien in Kontakt kommen und eine Anschmutzung der hellen Materialien zu befürchten ist.

Die Beurteilung erfolgt in 5 Stufen (Echtheitszahlen), wobei Stufe 5 eine sehr hohe Reibechtheit bedeutet und Stufe 1 eine sehr geringe. Man unterscheidet zwischen Trocken- und Nassreibechtheit. Umweltfreundliche Färbeverfahren ermöglichen nicht immer zufriedenstellende Reibechtheiten. Für die Prüfung der Reibechtheit wird ein Crockmeter als Prüfgerät verwendet. Mit dem Crockmeter wird die Widerstandsfähigkeit der Farbe von Textilien und textilen Bodenbelägen gegen das Abreiben und Anbluten gegen weißes Reibgewebe getestet. Mit dieser Prüfmethode kann sowohl die Trocken- als auch die Nassreibechtheit bestimmt werden.

Dem Prüflabor sollte eine Probengröße von 30x30 cm zur Verfügung stehen. Während der Prüfungen müssen Normklimabedingungen im Raum herrschen.
Die Konditionierung der Prüflinge erfolgt für mindestens vier Stunden im Prüfklima.

Für die Prüfung werden zwei Prüflinge in Längs- und Querrichtung und vier Reibgewebe aus Baumwolle, welche gebleicht,schlichtefrei und frei von Appretur sind, benötigt. Zwei der Reibgewebe sind trocken und zwei sind vollständig mit destilliertem Wasser zu nässen (Gewichtszunahme von +95-100% ist hierbei sicherzustellen). Im Anschluss an die Prüfung muss das Reibgewebe zunächst trocknen, bevor eine Bewertung stattfindet. Fremdes Fasermaterial, das die Beurteilung beeinflussen könnte, ist zu entfernen.

Die Prüflinge werden in der Abmusterungskammer unter künstlichem Tageslicht D 65 bewertet. Zur Bewertung wird der Graumaßstab zur Bewertung des Anblutens nach DIN EN ISO 105-A03 herangezogen.

Zur Ermittlung der Note wird der Maßstab neben das Reibgewebe gehalten. Der Kontrast des grauen und weißen Feldes des Maßstabes muss dem des angebluteten Gewebes entsprechen.

Für den Prüfbericht wird jeweils eine Note für die trockenen und eine Note für die nassen Reibgewebe vergeben. Die Note 1 entspricht dem stärksten Anbluten. Die Note 5 wird vergeben, wenn das Textil nicht auf das Reibgewebe abblutet. Als akzeptabel wird im Allgemeinen für die Reibechtheit „trocken“ die Note 4 und für die Reibechtheit „nass“, die Note 3-4 angesehen. In den Prüfnormen werden keine Mindestwerte definiert.

Textilien - Farbechtheitsprüfungen - Teil A03: Graumaßstab zur Bewertung des Anblutens (ISO 105-A03:1993); Deutsche Fassung EN 20105-A03:1994          

Ausgabe 1994-10

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